Die kurze Antwort: weicher Boden
Der Schiefe Turm von Pisa ist der freistehende Glockenturm des Doms. Er begann sich schon während des Baus zu neigen, weil der Boden auf einer Seite nachgab. Die Neigung war nicht geplant und keine architektonische Idee.
Der Untergrund ist nachgiebig und instabil, dazu kommen Ablagerungen eines früheren Arms des Auser. Die Arbeiten zwischen 1990 und 2001 haben die Neigung leicht verringert und den Turm gesichert.

Was beim Bau geschah
Die Neigung ist eine Geschichte aus Boden, Pausen und Korrekturen.
Der Boden gab nach
Die Arbeiten begannen am 9. August 1173. Die Fundamente lagen auf weichem Boden mit alten Flussablagerungen. Nach dem dritten Ring stoppte der Bau, weil sich der Untergrund ungleichmäßig setzte.
Eine lange Pause
Die Arbeiten gingen 1275 unter Giovanni di Simone und Giovanni Pisano weiter. Manche Darstellungen nennen 1272 für den Neustart. Die Pause dauerte etwa ein Jahrhundert.
Obergeschosse gegen die Neigung
Die oberen Geschosse wurden so gebaut, dass sie die schon sichtbare Neigung ausgleichen. Die Glockenstube war um die Mitte des folgenden Jahrhunderts fertig. Jedes neue Geschoss wurde gegen die Richtung der Neigung gesetzt.
Keine Absicht
Die Baumeister wollten keinen schiefen Turm. Die Neigung erklärt sich durch den Boden. Eine Geschichte vom gewollten Entwurf ist ein Mythos.
Die ganze Geschichte →Pisa-Touren und Tagesausflüge
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Die Rettung von 1990 bis 2001
Wie der Turm stehen blieb.
Für Besucher geschlossen
Der Turm wurde Anfang 1990 für das Publikum geschlossen. Der Stichtag war der 7. Januar 1990. Im Dezember 2001 öffnete er wieder, am 15. Dezember. Die Arbeiten dauerten mehr als ein Jahrzehnt.
Boden auf der Nordseite entnommen
Die Ingenieure Burland, Jamiolkowski und Viggiani beschreiben eine kontrollierte Entnahme von Boden unter der Nordseite des Fundaments. Dazu kam die Regulierung des Grundwassers, das mit den Jahreszeiten steigt und fällt.
Eine kleine Korrektur
Laut ihrer Arbeit von 2009 wurde die Neigung nach Süden um ungefähr 10 % verringert. Das ist eine bescheidene Korrektur, der Turm neigt sich weiterhin deutlich. Ziel war Sicherheit, kein gerader Turm.
Langsames Aufrichten und Überwachung
Der Betreiber beschreibt ein weiteres langsames Aufrichten nach den Arbeiten, und der Turm wird weiter mit Messgeräten überwacht. Das ist keine Garantie für absolute Erdbebensicherheit.
Wie stark ist die Neigung?
Der Hauptwert und die anderen Messungen.
| Messung | Neigung | Hinweis |
|---|---|---|
| Betreiber, Monumentseite | 5,115° | Hauptwert, als aktueller Wert bezeichnet |
| Technisches Blatt | Etwa 4° | Andere Messung, Datei vom Juli 2024 |
| Lernbroschüre | Unter 5° | Andere Messung, Wert nach den Sicherungsarbeiten |
| Tourismusportal der Stadt | 5° | Andere Messung, Text von 2021 |
| Universitäts-Wiki (Unipedia) | 3,97° | Andere Messung, redaktionelles Wiki |
Diese Zahlen sind keine Vorher-Nachher-Reihe, sie stammen aus verschiedenen Messungen und Jahren. Für den Besuch reicht es zu wissen, dass sich der Turm um grob 4 bis 5 Grad neigt und dass die Bewegung überwacht wird.
Was die Neigung für deinen Besuch bedeutet
Die Neigung prägt den Aufstieg, nicht das Ticket.
Unebene, rutschige Treppen
Die Treppen sind uneben und rutschig, und der Betreiber rät bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eingeschränkter Beweglichkeit vom Aufstieg ab und sagt keine rollstuhlgerechte Besteigung zu.
Ein festes Zeitfenster
Der Aufstieg ist an die gewählte Uhrzeit gebunden. Der Betreiber empfiehlt, 15 Minuten früher da zu sein, bei Verspätung kann der Besuch ersatzlos verfallen. Ein Turmticket kostet 2026 20 €.
Tickets und Zeitfenster →Taschen bleiben unten
Auch Handtaschen müssen vor dem Aufstieg abgegeben und danach abgeholt werden. Die Garderobe ist kostenlos und für Turmbesucher reserviert.
Warum der Turm von Pisa schief ist: häufige Fragen
Wurde der Turm absichtlich schief gebaut?
Nein. Die Neigung kommt von weichem, instabilem Boden. Die oberen Geschosse wurden gebaut, um eine schon vorhandene Neigung auszugleichen.
Warum ist er nicht umgefallen?
Der Bau stoppte nach dem dritten Ring und ging 1275 mit Obergeschossen weiter, die die Neigung ausgleichen. Von 1990 bis 2001 entnahmen Ingenieure dann Boden unter der Nordseite und regulierten das Grundwasser, um den Turm zu sichern.
Bewegt sich der Turm noch?
Der Betreiber beschreibt ein weiteres langsames Aufrichten nach den Arbeiten, und der Turm wird mit Messgeräten überwacht.
Ist der Turm sicher zu besteigen?
Der Betreiber lässt Besteigungen mit Ticket zu und beschreibt eine fortlaufende Überwachung, auch nach dem Erdbeben vom 4. August 2026. Überwachung ist kein Versprechen absoluter Erdbebensicherheit. Prüf vor der Buchung die Regeln zum Aufstieg.
Wie groß ist der aktuelle Neigungswinkel?
Der Betreiber nennt 5,115° als aktuellen Wert. Andere Messungen nennen etwa 4°, 5° und 3,97°, du liegst also mit grob 4° bis 5° richtig.



